Ferien: Arduino für Kids?!

  • Hallo Andreas


    Vielleicht bin ich zu spät, aber das von dir aufgebrachte Thema ist ein Dauerbrenner. Selber habe ich leider keine Erfahrungen mit Enkelkindern (ist in Arbeit ), aber ich habe in den vergangenen 10 Jahren meine Erfahrungen mit Kindern zwischen 9 und 12 Jahren gemacht und wie René es sagt gibt es kein eigentliches Rezept. Aber René liegt mit den gestellten Fragen auf dem richtigen Weg. Es braucht nicht Geld oder Bausätze um das Interesse von Kindern zu wecken, sondern in erster Linie eine Beziehung zum Kind. Als Grosseltern hat man den grossen Vorteil, dass das Verhältnis bereits aufgebaut ist und ich glaube gerne, dass in dieser Situation die Vorbildfunktion, die eigene Freude am Tun dann von alleine auf das Kind überspringt. Natürlich, die Interessen des Kindes sind ein Schlüsselfaktor ob es Freude daran entwickelt.


    Jedes Kind ist neugierig und jedes Kind hat seine Stärken, die sich erst mit den Jahren verdeutlichen werden. Natürlich sind dann gute Schulnoten (vielleicht in Mathe) mit entscheidend aber aus meiner Sicht weniger wichtig. Ein Kind das sich für etwas interessiert, kann mit Fleiss und Ausdauer manche Faktoren wieder kompensieren. Uns Erwachsenen ist diese Fähigkeit im Laufe der Zeit „abtrainiert“ worden oder unsere gemachten Erfahrungen haben uns gelehrt fokussiert ein Ziel anzustreben.


    Bei den Kindern liegt genau da der grosse Vorteil, dass sie noch in der Lage sind ohne grosse Vorbehalte ans Ausprobieren zu gehen. Verbale Ratschläge der Erwachsenen werden manchmal berücksichtigt oder auch nicht. Der Erwachsene mit der „richtigen“ Beziehung wird vom Kind eher gefragt, als der Erzieher.


    Das Kind ist in der Lage das eigene Scheitern zu akzeptieren, ist flexibel genug, danach einen anderen vermeintlichen Lösungsweg einzuschlagen. Das Lernen aus dem Tun und das damit verbundene Scheitern üben sie täglich. Als Coach (das sind die Grosseltern hoffentlich ) unterstützt man das Kind immer mit einer kritischen Sicht auf sich selbst. Wenn der Coach frustriert ist, weil das Kind vielleicht zu wenig Ausdauer zeigt oder weil das Kind den eigenen Ratschlägen nicht folgen wollte, dann degradiert man das eigne Vertrauen in das Kind und noch schlimmer, man kommuniziert es dem Kind.


    Das Kind braucht Zeit, Zuneigung und unser ganzes Vertrauen. Wenn wir dies aufbringen, dann werden wir uns wundern, zu was das Kind in der Lage ist. Kinder schauen bei ihren Vorbildern ab, entscheiden sich dafür oder dagegen und probieren es aus.


    Meine Erfahrungen mit Arduino und Co und Kindern hat mich ernüchtert. Die Anforderung der Abstraktion in der Programmierung ist wichtig und ich denke (meine Meinung), dass wir damit viele Kinder überfordern. Zwar können Kinder ein Code-Beispiel verstehen und ausprobieren aber die Schwierigkeit, eine eigene Idee in ein Programm zu überführen ist unglaublich schwierig.


    Ich starte immer mit Löten. Ja so banal es scheint, aber damit erhält das Kind sehr schnell ein Erfolgserlebnis. Es fördert die Feinmotorik, ist für die meisten Kinder nur schon spannend, weil es „gefährlich“ aussieht und es lässt schnell der eigenen Kreativität freien Lauf. Meine Einführung beinhaltet auch immer die Frage wie heiss denkst Du ist der Lötkolben? Das macht ihnen Eindruck, weil die 320 Grad nach sehr viel klingt, und dass ich den Kindern vertraue, damit umgehen zu können. Oft bricht da schon das Eis (die Kinder kennen ich ja noch nicht). Wenn ich dann sagen darf, ja super, diese Lötstelle ist perfekt, glänzt, dann habe ich motiviert. Ist die Lötstelle nicht gelungen, dann biete ich Hilfe an, erkläre wie die Abfolge sein soll (Heizen, Zinn, Nachheizen) und den allermeisten Kindern gelingt es dann. Meine Belohnung bekomme ich, wenn z.B: die Eltern die Kinder wieder abholen. Dann wird den Eltern stolz erklärt, gezeigt und damit zelebriert das Kind seinen Erfolg.

    Wenn das Thema „Elektronik“ gefragt ist, dann hat sich für mich das Experimentieren (zeigen und dann selber ausprobieren lassen) bewährt (Stromkreis, mag. Induktion, etc.) . Mit Kindern ab 11 Jahren kann man dann etwas mehr. Löten üben, Grundlagen Experimente und dann einen Bausatz zusammen löten. Dazu habe ich ein einfaches KW Audion (Radio) am Lager oder den hier bereits gezeigten elektronischen Würfel an Lager. Die Erfahrungen mit dem Radio zeigen, dass einzelne Kinder über längere Zeit sich dem Sender-Suchen widmen, staunen ob sich mit unbekannten Sprachen auseinander setzen. Die meisten aber begnügen sich mit dem Zusammenbau, dem Ausprobieren und dem Werk. Wenn ein Kind dies dann nicht spannend fand, dann ist es für mich auch ein Gewinn, weil das Kind es ausprobiert hat und für sich feststellt, dass es die Sache nicht weiter interessant findet. Es zählt auch die Erfahrung, dass es nichts für mich ist.


    Bitte tut es, arbeitet mit den Kindern, zeigt es, zeigt eure eigne Freude an der Sache (egal was es ist) und lasst die Kinder ausprobieren. Der Erfolg ist sicher (auch wenn man ihn nicht gleich erkennen kann). Meinen persönlichen Gewinn fand ich in der eigenen Selbstreflektion in der zeitlichen Selbstverklärung. Ich war als Kind nicht so gut, wie ich aus der Erinnerung glaubte, ich war wie die Kinder von heute, neugierig, voller Elan gespickt mit Scheitern aber mit dem Drang es selber machen zu wollen.


    Gruss

    Pius


    Wenn es um das Programmieren mit Kindern (ab ca 9J) geht, dann hilft z.B: Logo (Buch von Juraj Hromkovič „Einführung in die Programmierung mit LOGO“ schnell weiter. Mit Unterstützung eines Erwachsenen werden den Kindern damit die Prinzipien der Programmierung schnell verdeutlicht. Er engagiert sich seit vielen Jahren für Informatik und Kinder .

  • Hallo Leute

    danke für die verschiedenen Tipps.

    Die Idee, zuerst mit einem kleinen und abgeschlossenem Projekt zu beginnen ist super. Das probiere ich und schaue, was daraus wird. In meinem Fundus habe ich genügend Bastelmaterial sowie MCU's und für die Bastelideen danke ich.

    Andreas

  • Hallo Andreas


    Da gibt es keine fertigen Rezepte. Mit 11 Jahren und guten Mathe - Noten sind alle Voraussetzungen gegeben. Da bleibt wirklich nur noch das Thema Motivation. Da stellen sich verschiedene Fragen:


    - Ist das Interesse bereits da, oder musst du es zuerst wecken?

    - Ist das Kind bereit sich selbstständig in das Thema einzuarbeiten oder wäre 'etwas mit Opa zu machen' die Hauptmotivation?

    - Wie steht es mit dem manuellen Geschick? Kosmos oder Franzis Experimentierkästen sind natürlich vom Manuellen her sehr viel einfacher, als wenn man ein Buch und einzelne Komponenten kauft.

    - Soll mehr in Richtung Programmierung oder Elektronik gegangen werden?


    Das ist also sehr individuell. Versuche zusammen mit dem Grosskind ein einfaches Projekt durchzuziehen, das in wenigen Stunden beendet werden kann. Dann siehst du, wo die Interessen liegen.


    Ein Ferienkurs mach nur Sinn, wenn bereits ein konkretes Interesse vorhanden ist.


    Und vergiss die Chinesen. Lieferungen sind dort momentan etwas Glückssache. Es könnte sein, dass die Sommerferien vorbei sind, bevor die Ware kommt. Ich würde in der Schweiz auf Lieferanten wie bastelgarage.ch oder Play-Zone zurückgreifen.


    Gruss

    René

  • Hallo Andreas,


    ich habe keine Grosskinder und nur Grundkenntnisse in Arduino und Programmierung allgemein.
    Wenn Du etwas mit einem Nano, Taster und Sensoren bauen möchtest, würde ich einen elektrionischen
    Tisch-Abfalleimer vorschlagen. Hier reicht ein Nano, ein Ultraschallsensor und ein Servo. Anbei ein
    Youtube-Video zur Anregung:

    . Dort wird auch der Code
    zur Verfügung gestellt.

    Mein zweiter Vorschläg für Anfänger wäre eine Ampelschaltung. "Tagsüber" wird z. B. der Wechsel rot, gelb
    und grün angezeigt. "Nachts" wird z.B. über einen LDR-Widerstand auf gelb-blinken umgeschaltet. Hierzu
    reicht auch ein Nano, Widerstände, LED´s und LDR-Widerstand.

    Ich fand beide Beispiele zum Starten gut geeignet, aber das ist nur meine Meinung.
    Vielleicht kannst Du mit diesen Beispielen bei Deinen Grosskinder den Arduino etwas "schmackhaft" machen.

    Gruß
    Hans

  • Hoi Andreas

    Gute arduino kit's und zubehör gibt es für wenig geld bei aliexpress oder banggood. Leider ist die lieferzeit aus china mit 3 bis 4 wochen zu lange für sommerferien. Der vorteil, es wird direkt in deinen briefkasten geliefert. Achtung wegen dem ZOLL. Nicht über CHF 60 bestellen, sonst wirds teuer.


    Darum schlage ich die einen schweizer webshop vor, mit dem ich gute erfahrungen machte. Es werden set's, bauteile aller art angeboten bei denen auch gleich die nötige dokumentation geliefert wird. Links zu guten hilfen fehlen dort auch nicht.


    Gib deinem enkel einen kredit und lass ihn die sachen gleich selbst bestellen und ergründen. So kann er seinen zur zeit aktuellen interessen nachgehen und so den optimalen lernerfolg erreichen. Zudem kommt freude am erarbeiteten auf.:P


    Und hier der link: https://mikroshop.ch/Home.html


    Mit freundlichem Gruss nische mikroshop.png

  • Hallo Community-Gemeinde

    Grosskinder - Schulferien - gestoppte Familienferienpläne - Grosseltern mit Arduinoerfahrung: wer kennt das?

    Eines meiner Grosskinder (11 J.) mit einem blanken 6 im Zeugnis für Mathe - und nun Ferien"loch" wegen weggefallenen Ferienplänen.

    Wer hat Erfahrung, wie man als Grosseltern vielleicht die Gelegenheit nutzen könnte um die Kids für Elektronik, Programmierung und Arduino zu interessieren?

    - Einstiegerbuch "Arduino für Kids"?

    - Kosmos etc. Einsteigerkasten?

    - einfach selbet einen Nano zusammenbauen mit einfachen Elementen (LED's, Tasten, Sensoren) bestücken und zusammen mit dem Kind die ersten Schritte probieren (mein Favorit)?

    - Ferienkurse Elektronik/Programmierung?

    Mir geht es nicht darum, auf das Grosskind "nur" meine Begeisterung für Arduino zu übertragen sondern sein Interesse für Alternativen anstelle Gaming zu wecken.

    Ich habe den Eindruck, dass der Start (wie wecke ich das Interesse) viel wichtiger ist als dann der technische Ablauf.

    Wer hat Erfahrung und kann mir gute Tipps geben? Danke.

    Andreas